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Norddeutsche Fachwoche Demenz 2021 war erfolgreich

Eine Nachlese

Die Digitale Fachwoche der vier Norddeutschen Alzheimer Gesellschaften Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein vom 17. bis zum 21.05.2021 wurde mit großem Interesse gut angenommen. An den fünf Tagen wählten sich die 270 angemeldeten TeilnehmerInnen jeweils mit bis zu 130 Personen für die zweistündigen Onlineseminare ein. In Vorträgen, Praxisbeispielen und Diskussionen ging es um die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Menschen mit Demenz und deren Angehörige und um die Perspektiven für deren Unterstützung. „Diese Fachwoche hat gezeigt, dass wir Alzheimer Gesellschaften auch im digitalen Format viele Menschen erreichen können.“, ist Jörn Wieking, der Geschäftsführer der Alzheimer Gesellschaft Hamburg begeistert von der Resonanz.

„Grundsätzlich muss jedoch sichergestellt werden, dass evaluierte Ergebnisse zu den Auswirkungen der Pandemie für Menschen mit Demenz und Angehörige nicht nur präsentiert werden. Es ist überfällig, für die ja schon länger bestehenden Problemlagen in der Pflege, Strukturen der Umsetzung zu schaffen! Die Nationale Demenzstrategie sollte diesen Aspekt mit Nachdruck berücksichtigen.“

Im Rahmen der Fachwoche „Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Menschen mit Demenz und deren Angehörige – Perspektiven für die Unterstützung und Teilhabe“ vom 17. bis zum 21.05.2021 wurden insbesondere folgende Punkte angesprochen, die nach der Pandemie mit Nachdruck bearbeitet werden müssen:
 

  • Regionale Kooperationsstrukturen: Die Pandemie hat gezeigt, dass kein Bereich und kein Akteur, Krisen allein gut bewältigen kann. Fehlen verlässliche regionale Kooperationsstrukturen, die alle relevanten Akteure einbinden, erhöht dies sowohl für Menschen mit Demenz bzw. Pflegebedarf als auch für die Akteure die Belastung und verhindert die Entwicklung wirksamer Lösungen.
     
  • Transparenz, Kommunikation: Nur wer weiß, was ist, kann erkennen und verstehen, nur wenn Informationen kommuniziert werden, kann gegenseitige Unterstützung entstehen. Dies gilt für die Einbindung und Mitwirkung von Menschen mit Demenz, Pflegebedarf und Angehörigen, aber auch von Fachgruppen untereinander.
     
  • Langzeitpflege: Wohneinrichtungen mit kleineren Einheiten, guter Kommunikation und Einbindung von Angehörigen und vor allem guter Personalkapazität, sind besser durch die Pandemie gekommen. Solche Konzepte und Strukturen sollten gestärkt werden.
     
  • Tagespflege: Angehörige stellen in großer Mehrheit die „Versorgung“ ihrer erkrankten und pflegebedürftigen Angehörigen sicher. Angehörige können dies nur tragen, wenn sie in der häuslichen Versorgung verlässliche und wirksame Unterstützung erhalten. Die Tagespflege ist hierfür ein zentraler Baustein. Dieses Angebot ist in der Pandemie aber stark weggebrochen und steht bis heute nur eingeschränkt zur Verfügung.
     Mit dem vorliegenden Entwurf zur Reform der Pflegeversicherung und der darin vorgenommenen Kürzung der Leistung für Tagespflege, wird die Verfügbarkeit eines hoch wirksamen Angebots für Menschen mit Demenz und Angehörige, zusätzlich grundsätzlich eingeschränkt. Dies würde einen Rückschritt darstellen und muss zurückgenommen werden.          
                
  • Ehrenamtliche Unterstützungsangebote: Die Pandemie hat gezeigt, wie bedeutsam nachbarschaftliches und lokales Engagement ist. Allerdings haben pandemiebedingte Kontaktbeschränkungen auch zum Ausfall bzw. einer begrenzten Nutzbarkeit ehrenamtlicher Unterstützungsangebote geführt. Gleichfalls ist die Schulung und Begleitung ehrenamtlich Engagierter stark erschwert. Wenn entstandene Strukturen nicht wegbrechen sollen ist eine weitere Stärkung ehrenamtlicher Unterstützungsangebote nach der Pandemie wichtig.
     
  • Selbsthilfe braucht (unkomplizierte) Ressourcen: Die Pandemie hat auch im Bereich der Selbsthilfe zu einem Schub der Digitalisierung geführt. Selbsthilfegruppen und -organisationen haben die Ressourcen für die erforderliche Technik und das damit verbundene Knowhow zumeist aus Eigenmitteln aufgebracht. Für die Entwicklung und die Vorhaltung nachhaltiger digitaler Selbsthilfeangebote, benötigen Selbsthilfegruppen und -organisationen einen Zugriff auf reguläre, projektunabhängige, finanzielle Ressourcen.

 

Präsentation „Alzheimer Gesellschaft goes digital?!“
(von Herrn Berend Schultz von der Alzheimer Gesellschaft Hamburg e.V.)
DOWNLOAD im PDF Format (864 KB)

Präsentation „Praxisbeispiele für digitale Angebote“
(von Frau Stefanie Klinowski von der Alzheimer Gesellschaft Hamburg e.V.)
DOWNLOAD im PDF Format (1,5 MB)

Präsentation „Die Nationale Demenzstrategie (NDS) und Auswirkungen der Corona-Pandemie“
(von Frau Sabine Jansen von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V.)
DOWNLOAD im PDF Format (882 KB)

Präsentation „Bilanz der Pandemie und Zukunft der Langzeitpflege –Überlegungen aus ethischer Sicht“
(von Frau Prof. Dr. Dr. Sigrid Graumann von der Evangelischen Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe)
DOWNLOAD im PDF Format (195 KB)

Präsentation „eDEM-CONNECT“
Eine Plattform für pflegende Angehörige zum Umgang mit Agitation und zur Förderung von Stabilität in der häuslichen Versorgung

(von Frau Dr. Iris Hochgraeber von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. Selbsthilfe Demenz)
DOWNLOAD im PDF Format (992 KB)

Präsentation „Entwicklung eines Chatbots zur Beratung für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz“
(von Herrn Dr. Armin Keller von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. Selbsthilfe Demenz)
DOWNLOAD im PDF Format (627 KB)

Norddeutsche Fachwoche Demenz – 19.05.2021
„Endlich Tagespflege für Alle. Eine neue Idee. Mobile Tagespflege unterwegs“
(von Herrn Andreas Sauder, Landesfachstelle Demenz Saarland)
DOWNLOAD im PDF Format (330 KB)

 

Das Programm als Flyer: Programm_Norddeutsche Fachwoche Demenz_2021

 

Ansprechpartner:
Dr. Armin Keller
Marina Stark-Drenkhahn
Projektmitarbeiter
Kompetenzzentrum Demenz für Mecklenburg-Vorpommern
E-Mail: kompetenzzentrum@alzheimer-mv.de

 

 

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