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Demenzprävention Teil V – „Bewegung hilft!“: Eine Vergegenwärtigung

  • Johannes Hoehnke

Dass Sport und Bewegung allgemein gesund hält ist bekannt. Welche Mechanismen wirken jedoch als Schutzfaktoren gegenüber Demenz?

 Welche positiven Effekte haben Sport und Bewegung?

Ein aktiver Lebensstil die Durchblutung und damit auch den Transport von Nährstoffen fördert. Die sog. kardiorespiratorische Fitness (CRF) ist die Fähigkeit, Sauerstoff in die entsprechenden Muskeln zu transportieren. Besonders beteiligt sind dabei die Lunge und das Herz, welche den Sauerstoff in die Mitochondrien – den Kraftwerken der Zelle – befördert. Zudem unterstützt Sport das Zellwachstum – was zur Stabilisierung des Gedächtnisses führt.

In den vergangenen Jahren wurden immer wieder positive Effekte von Bewegung mittels Studien untersucht. Zum einen betrachtete man hier förderliche Botenstoffe, die bei körperlicher Aktivität entstehen. Genannt sei das Protein Irisin, welches der Ablagerung von Amyloid-Plaques entgegenwirken kann. Bereits 2019 hatte eine Forschungsgruppe aus Brasilien diesen Effekt beschrieben:

Hier geht’s zur Studie: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36187295/

Andererseits rückt das sog. glymphatische System immer weiter in das Blickfeld wissenschaftlicher Untersuchungen. Dieses System weist Ähnlichkeit zum Lymphsystem auf und könnte mit einem „Abfallentsorgungsverfahren“ verglichen werden. Es verhindert die Ablagerung der schädlichen Beta-Amyloid und Tau-Proteine, welche für die Alzheimer-Erkrankung maßgeblich sind. Vor allem ein ausreichend gesundes Schlafverhalten aktiviert das glymphatische System. Jüngere Untersuchungen zeigen jedoch, dass sich auch regelmäßige körperliche Aktivitäten positiv auf den Abtransport der Abfallprodukte auswirken.

Hier geht’s zur Studie: https://www.nature.com/articles/s41467-025-58726-1

Es ergibt sich aber noch ein weiterer wesentlicher Vorteil sportlicher Aktivitäten: Die anderen Risikofaktoren für eine Alzheimer-Erkrankung werden gesenkt. Gerade das Risiko für Bluthochdruck, Diabetes und Depressionen kann durch regelmäßige Bewegung gesenkt werden. Wir haben diese bereits in einem früheren Beitrag zusammengefasst:

Hier geht’s zum Beitrag – Risikofaktoren allgemein

Insbesondere Depressionen werden mit dem Risiko einer Demenzerkrankung in Verbindung gebracht – auch hier berichteten wir bereits:

Hier geht’s zum Blogbeitrag – Demenz und Depression

Eine kürzlich veröffentlichte Meta-Analyse des nature-Magazine unterstreicht die Bedeutung von Bewegung und stellt heraus, dass die kardiorespiratorische Fitness ein wesentlicher Marker (Erkennungszeichen) für die Identifikation des Risikopotenzials für eine Demenz bei Erwachsenen ist.

Hier geht’s zur Studie


Wie viel sollte ich mich bewegen?

Die WHO empfiehlt eine moderate körperliche Bewegung von 150 Minuten pro Woche (2,5 h) um einen gewissen Schutz vor Krankheiten zu erreichen. Dabei sollte die Herzfrequenz leicht ansteigen – für untrainierte Personen ist hier ein guter Richtwert 180 minus das eigene Alter[1].

Einen sehr positiven Effekt hat modertes Krafttraining, wie Wissenschaftlier in einer Studie Anfang 2025 feststellten. Hier zeigte die Trainingsgruppe nach 24 Wochen eine verbesserte kognitive Leistungsfähigkeit:

Hier geht’s zur Studie

Weiterhin sinnvoll sind Stabilisierungsübungen, wie Pilates und Ausdauertraining wie Schwimmen oder Radfahren. Generell ist ein aktiver Lebensstil immer zu empfehlen, d. h. Bewegung in den Alltag zu integrieren. Man könnte z. B. eine Haltestelle eher aussteigen und den Rest laufen, öfter die Treppe nehmen oder sich täglich einen Spaziergang vornehmen.

 

Sport und Demenz – Geht das?

Wir haben bereits gesehen, dass Bewegung das Gehirn aktiviert bzw. positiv beeinflusst. Deshalb gilt: Auch mit einer Demenzerkrankung ist Sport möglich und sinnvoll. Sitztanz bzw. Sitzgymnastik, Tanzen oder ausgedehnte Spaziergänge sind auch für diejenigen Menschen ratsam, die durch ihre Erkrankung bereits eine gewisse kognitive Beeinträchtigung haben. Übrigens: In einem Tanz-Café verbindet man das Angenehme mit dem Nützlichen. Dort werden Erinnerungen an Musik geweckt, Gemeinschaft gestiftet und Bewegung gefördert.

Wenn Sie ein Tanz-Café in Ihrer Nähe finden möchten, nutzen Sie doch gerne unseren Demenzkompass: https://alzheimer-mv.de/demenzkompass/


Quellen: 

https://www.alzheimer-forschung.de/demenz/vorbeugen/bewegung/#c16742 (Zugriff: 31.03.2026)

Fußnoten:

[1] https://www.alzheimer-forschung.de/demenz/vorbeugen/bewegung/#c16742 (Zugriff: 31.03.2026)

 

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