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Herausforderung Demenz: Aktiv werden in der Kommune

Miteinander und füreinander

Heute leben viele Menschen länger als jemals zuvor. Im Alter wird das Thema Demenz zu einer der größten Herausforderungen unserer Gesellschaft. Geschätzt leben derzeit in Deutschland 1,7 Millionen Menschen mit Demenz. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird diese Zahl bis zum Jahr 2050 auf 2,9 Millionen Menschen ansteigen. Nach statistischen Berechnungen wird in Mecklenburg-Vorpommern die Anzahl aktuell auf 35 000 Menschen geschätzt, die mit einer Demenzerkrankung unter uns leben. Wir dürfen dabei auch die  Angehörigen, Familien, Nachbarn, Freunde und Kollegen nicht vergessen, die pflegen, sich kümmern und sorgen.
Menschen mit Demenz haben ein Recht auf gesellschaftliche Teilhabe, darauf so lange wie möglich selbstständig am Leben teilnehmen zu können. Dazu brauchen sie ein demenzsensibles Umfeld, die Unterstützung durch helfende Menschen und ein Netz von ehrenamtlichen und professionellen Akteuren vor Ort.

Demenzaktiv in der Kommune

Die Beteiligung der Betroffenen und ihren Familien am gesellschaftlichen Leben kann durch die demenzsensible Gestaltung von Sozialräumen realisiert werden. Für die Strukturierung und Planung kommt dabei den Kommunen die Schlüsselrolle im Rahmen der Daseinsvorsorge für ältere Menschen zu. Um den Wünschen der Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen und dem Bedarf zu begegnen, wird es immer wichtiger Kräfte und Engagement zu vernetzen.

Kommunale Daseinsvorsorge bedeutet

  • Menschen mit Demenz zu ermöglichen, möglichst lange selbstständig in ihrem Umfeld zu leben,
  • Verständnis für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen zu wecken, Nachbarn und Freunde zu sensibilisieren,
  • Menschen mit Demenz mit ihren Familien oder allen in das Leben im Quartier oder Dorf zu integrieren und auch die Alleinlebenden nicht zu vergessen,
  • regionale Beratungs-, Entlastungs- und Hilfsangebote für einen längeren Verbleib in der Häuslichkeit zu fördern,
  • Seniorenfreizeitstätten, Sport- und Musikvereine für Menschen mit Demenz zu öffnen.

Die Nationale Demenzstrategie schreibt in ihrem Handlungsfeld 1 fest, welche Maßnahmen ergriffen werden sollten, um Strukturen zur gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit Demenz an ihrem Lebensort aus- und aufzubauen. Sie basieren auf den vielfältigen Erfahrungen aus Initiativen und Projekten in Deutschland.

Im Netzwerk stark

Die Herausforderung Demenz kann niemand allein bewältigen. Deshalb sind Zusammenarbeit, Austausch und Vernetzung wichtig. In Mecklenburg-Vorpommern haben sich in Landkreisen und Kommunen Akteure zusammengeschlossen, auch Kooperationsvereinbarungen geschlossen, um gemeinsam in Netzwerken und Arbeitsgruppen das Thema Demenz in die Öffentlichkeit zu holen. Dabei sind viele bemerkenswerte Projekte entstanden. Das Kompetenzzentrum Demenz steht unterstützend und beratend an der Seite der regionalen Akteure. Jeder ist in den Netzwerken willkommen, um das Thema Demenz mitzugestalten. Wir informieren Sie gern. Eine Übersicht über die Netzwerke und AGs finden Sie hier.

Demenz Partner-Schulungen sensibilisieren

Wir unterstützen Kommunen bei Informationsveranstaltungen und Schulungen für die verantwortlichen Ansprechpartner, die als Multiplikatoren in den Kommunen agieren. In Demenz Partner-Schulungen  werden Mitarbeitende in Ämtern, Institutionen, Polizei, Verkehrsbetriebe, Post oder Einzelhandel für das Thema sensibilisiert und für den Umgang mit Menschen mit Demenz geschult. Damit soll das Thema Demenz einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Weitere Informationen, auch über unser Online-Angebot, finden Sie hier.

Ein Reigen von Teilhabeprojekten in M-V

Im Rahmen der Benefizaktion „Hand in Hand für Norddeutschland“ hat der NDR zusammen mit den norddeutschen Alzheimer Gesellschaften von Dezember 2018 bis Februar 2019 Spenden gesammelt. In Mecklenburg-Vorpommern wurden und werden 491.472,28 € für Teilhabe- und Versorgungsangebote für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen eingesetzt. Wir stellen Ihnen die thematisch breit gefächerten und bereits aus Spendengeldern geförderten Projekte hier vor.

Im überregionalen Austausch

Gute Beispiele aus Kommunen in Deutschland wurden bereits auf den jährlich stattfindenden Fachtagen Demenz des Kompetenzzentrums vorgestellt.  Hier wurde aufgezeigt, wie die Zusammenarbeit in den Kommunen besonders gut gelingen kann. Die Vorträge der Experten aus Arnsberg und Baden-Württemberg finden Sie auf den Infoseiten zu den Fachtagen.

Impulse aus der Praxis deutschlandweiter Projekte

Im Rahmen der Nationalen Demenzstrategie lädt die Netzwerkstelle „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ zum deutschlandweiten Erfahrungsaustausch ein. Auf der Website finden Sie eine umfangreiche Materialsammlung.